Für viele Skisportler beginnt das wahre Glück abseits gesicherter Pisten – dort, wo das Lawinenrisiko besonders hoch ist. Gute Tourenvorbereitung und Lawinenkenntnisse sowie das richtige Verhalten im Gelände bilden die wichtigste Grundlage der Lawinenprävention. Für eine effiziente Kameradenrettung ist das Mitführen der persönlichen Schutzausrüstung und der richtige Umgang damit von größter Bedeutung. Nur die Kombination von LVS-Gerät, Lawinensonde und Schaufel ermöglicht die schnelle Lokalisierung und Bergung. Ein Mobiltelefon (wo möglich) und ein Verbandskasten runden die Grundausstattung für die Lawinenrettung ab.
LVS-Gerät:
Ein LVS-Gerät (LawinenVerschüttetenSuchgerät) ist ein elektronisches Gerät, um von Lawinen verschüttete Personen auffinden zu können. Die neueste Generation sind digitale 3-Antennen-Geräte. Die akustische Information (schneller oder höher werdender Ton) ist hier nur noch Zusatzinformation. Die wesentliche Information (Distanz zum Verschütteten entlang der Feldlinien und Richtung) wird über ein Display visuell angezeigt.
Schaufel:
Eine Schaufel gehört zur Standardausrüstung eines Alpinisten, zumal die Bergung eines Verschütteten ohne sie in vielen Fällen undenkbar wäre. Vor allem in den tieferen Schichten einer Lawine verdichtet sich der Schnee stark und wird dermaßen hart, dass er ohne Schaufel kaum beseitigt werden kann.
Sonde:
Neben der Schaufel gehört auch die Lawinensonde zur Grundausstattung eines Alpinisten. Durch gezieltes Stochern wird damit versucht, den Verschütteten zu orten. In zusammengeklapptem Zustand misst die Sonde ca. 40 cm. Offen erreicht sie eine Länge von 2 bis 3 m.
Lawinenairbag:
Ein Lawinenairbag kann keine Lawine verhindern, aber mit ihm lässt sich die häufigste Todesursache – die Verschüttung des Lawinenopfers – zuverlässig vermeiden bzw. die Verschüttungstiefe reduzieren. Schwere Verletzungen beim Absturz in der Lawine sind nicht die Haupttodesursache von Lawinenopfern, sondern in ca. 90% der Fälle die Folgen der Verschüttung (Tod durch Ersticken und/oder durch den Schneedruck). Statistisch nehmen die Überlebenschancen nach 15 Minuten Verschüttungszeit rapide ab. Das ist auch der Grund, warum ca. 50% der verschütteten Lawinenopfer trotz Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) nur noch tot geborgen werden können. Daher sollte zusätzlich zum LVS-Gerät ein Lawinenairbag getragen werden, um die Verschüttung zu verhindern bzw. die Verschüttungstiefe so gering wie möglich zu halten. Ein Lawinenairbag zählt mit einer Überlebens- Wahrscheinlichkeit von über 90% zu den effizientesten Sicherheitssystemen am Markt. Es ist das einzige Gerät, das eine Verschüttung tatsächlich verhindern kann bzw. die Verschüttungstiefe reduziert. Im Ernstfall füllt sich der Airbag nach Ziehen an der Reißleine binnen Sekunden mit ca.150 Liter Luft und hält den Träger durch das vergrößerte Volumen an der Oberfläche der Lawine.