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Mountainbike-Profi Gerd Skant im Interview

Kurz vor den Enduro Staatsmeisterschaften 2017 baten wir den Vorjahressieger Gerd Skant zum Interview. Erfahren Sie die rasanten Einzelheiten, die Gerd Skant zum Mountainbike-Profi machen.

Gigasport September 27, 2017 / by Gigasport

Heute haben wir für unser Interview wieder einen Ausnahmeathleten eingeladen. Mit Gerd Skant besucht uns der erste Austrian Enduro Champion und erzählt uns viele Details aus seiner rasanten Karriere als „Radfahrer“. Als er gerade 12 Jahre alt war, entdeckte er seine Vorliebe für das BMX-Rad. Diese Vorliebe wurde schnell zur Passion, insbesondere als er merkte, wie gut er sein Bike beherrschte. So war die Teilnahme an den ersten Veranstaltungen nur eine Frage der Zeit. Er reiste zu Rennen in ganz Europa und entschied sich, das sogenannte „non-suspended 20-inch bike“ gegen ein Enduro-Mountainbike zu tauschen. Wie sich schnell herausstellte eine sehr gute Wahl: 2016 gewann er beim Biketember Festival im österreichischen Saalfelden den Titel des Austrian Enduro Champion.

Erfahren Sie gleich die rasanten Einzelheiten, die Gerd Skant zum Mountainbike-Profi machen. Doch zunächst folgt seine spontane Antwort auf unsere Frage, welche drei Dinge er benötigt, um glücklich zu sein: „Meine Räder, Freunde und die Berge.“

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Sehr geehrter Herr Skant, den Anfang Ihrer Radsportkarriere machten Sie mit dem BMX-Rad. Während beim BMX-Fahren spektakuläre Stunts und Tricks im Vordergrund stehen, kommt es bei den Enduro-Rennen auf die sportliche Leistung an. Dennoch ist Ihnen der Übergang gelungen. War der Wechsel vom BMX-Rad zum Mountainbike für Sie ein intuitiver? Welche Parallelen haben die beiden Sportarten?

Eigentlich nicht, weil ich schon als Kind immer mit dem MTB auf die Platte gefahren (Anm.: eine beliebte MTB-Tour in Graz) bin und mir dann mit 17 mein erstes Giant Reign gekauft habe. Am Anfang war ich natürlich richtig langsam, aber der Speed ist von Jahr zu Jahr mehr geworden. Die Stunts gibt es jetzt eigentlich kaum mehr. Das Springen und „Pushen“ kann jedoch durchaus auch beim Enduro gut eingesetzt werden. Ich denke, wenn man mit BMX anfängt, hat man eine gute Basis und ein sehr gutes Gefühl fürs MTB-Fahren. Drum tut man sich gleich leichter, weil man sich auf das Bremsen, Kurvenfahren oder Linienschauen konzentrieren kann.

Und Ihre Motivation, mit dem BMX-Fahren zu beginnen?

Das Durch-die-Luft-Fliegen mit dem BMX.

Dank zahlreicher Siege in den letzten Jahren konnten Sie den Titel des Enduro-Staatsmeisters für sich beanspruchen. Können Sie uns einen Einblick in die Routine Ihres Alltags mit den verbundenen Trainingseinheiten geben? Welche Prioritäten mussten Sie in Ihrer Karriere setzen, um an solch erfolgreiche Resultate zu kommen?

Ich habe letztes Jahr im Winter meinen Full-Time-Job gekündigt und mich einfach mal auf das Biken konzentriert. Um ein bisschen Geld zu verdienen, hab ich als Fahrradkurier gearbeitet und es gleichzeitig als Training angesehen. Also war ich eigentlich jeden Tag am Rad. Wenn ich mal gespürt hab, dass es heute nicht so gut geht, hab ich einfach eine Pause eingelegt. Das war einmal in der Woche. Trainingsplan habe ich keinen, weil das einfach finanziell zu eng wird, und ich mach es einfach nach Gefühl – anscheinend eh nicht so schlecht 😉

Wie oft pro Tag denken Sie eigentlich an Ihr Mountainbike?

Nie, weil ich eh immer drauf sitze!

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2016 hat zum ersten Mal das Enduro-Gradec am Schöckl stattgefunden. Unter widrigsten Bedingungen: Ein starkes Unwetter zwang die Veranstalter dazu, nur zwei der vier „Stages“ für das Rennen zuzulassen. Dies hielt jedoch die Rennfahrer nicht davon ab sportliche Höchstleistungen zu erbringen. Auch die Zuschauer trotzten dem Sturm und feuerten ihre Favoriten fanatisch an. Was war Ihrer Meinung nach dafür ausschlaggebend, dass die Flamme der Begeisterung der Teilnehmer vom Platzregen nicht gelöscht wurde?

Ich denke mal, weil es endlich wieder mal ein Rennen in Österreich am Schöckl gegeben hat, waren sicher die meisten so übermotiviert. Leider gibt es nicht viele Enduro-Rennen bei uns, was ich sehr schade finde. Außerdem war es außergewöhnlich gut organisiert.

Als heimischer Grazer wuchsen Sie nur wenige Kilometer vom Schöckl entfernt auf. Heuer wird dort am 23./24. September das Enduro-Gradec-Rennen erneut stattfinden. Sind Sie mit den Gegebenheiten des „Grazer Hausbergs“ besonders gut vertraut und versprechen Sie sich dadurch einen Vorteil gegenüber Teilnehmern, die aus anderen Regionen stammen?

Eigentlich bin ich sehr selten am Schöckl. Es wird aber von Jahr zu Jahr mehr, aber ich denke schon, dass ich einen kleinen Heimvorteil habe.

Einen Tag vor Startschuss des Enduro-Gradec-Rennens wird den Rennteilnehmern die Chance gegeben, sich mit der Rennstrecke vertraut zu machen und auf ihr zu trainieren. Welche Methoden und Trainingsstrategien wenden Sie an, um den Vortag des Rennens optimal ausnützen zu können?

Das bleibt geheim! hehe..

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Die Anforderungen an ein Mountainbike für ein Enduro-Rennen sind besonders hoch, denn das Rad muss unter anderem auf feucht-matschigem Grip fassen können oder bei Schotterwegen die Unebenheiten ausfedern. Was ist für Sie an einem MTB unerlässlich, um das bestmögliche Resultat zu erzielen?

Mein Fox-Fahrwerk und die Reifen sind sehr wichtig, gute Bremsen sind auch gut, damit einem die Arme nicht aufgehen bei langen Abfahrten.

Verfolgt man die Übertragung eines Enduro-Rennens oder sieht das Spektakel vor Ort, wird schnell deutlich: Verletzungen beim Rennen stellen keine Ausnahmen dar. Kollisionen mit Felsen und Bäumen oder gefährliche Stürze stehen an der Tagesordnung. Wie kann man als Enduro-Teilnehmer dafür sorgen, die Verletzungsgefahr möglichst gering zu halten, ohne dabei wertvolle Sekunden für den Sieg einbüßen zu müssen?

Durch Krafttraining, damit man nicht wie ein Fetzen durch die Luft fliegt und sich gleich alles bricht. Aber man bleibt leider nicht immer unverschont. Ich hab meistens Knieschoner oben und fahre mit Rucksack, also Rückenschutz! Und nicht über das Limit gehen … man muss den „Flow finden“, dann macht man eigentlich alles richtig.

Abschließend noch drei kurze Fragen an Sie:

Morgen geht die Welt unter! Wie verbringen Sie den Tag?

Am Berg.

Die Rennstrecke: Lieber staubig oder matschig?

Matschig.

Ihr größtes Vorbild aus der Sportwelt?

Meine Tante. (Anm.: Uschi Profanta)

 

Wir danken Gerd Skant für das Interview und wünschen ihm für seine außerordentliche Karriere weiterhin viel Glück!

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