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#sportleben | Vom Bikeprofi zum Red Bull TV Kommentator: Markus‘ Story

Markus Pekoll war jahrelang das Aushängeschild der österreichischen Mountainbike Downhill-Szene. Er kürte sich sechsmal zum Staatsmeister, war Europacup-Gesamtsieger und Europameister. 2017 beendete der Schladminger seine aktive Karriere. Im Rahmen unserer #sportleben-Kampagne lässt der 30-jährige Familienvater die erfolgreichen Jahre Revue passieren, erzählt von seinem „neuen“ Leben und was er vom Studieren hält.

Gigasport September 03, 2018 / by Gigasport

Lieber Markus, du warst 13 Jahre lang Profisportler, hast große Erfolge gefeiert und hattest international ein hohes Standing. Wie schwer war es für dich, mit dem Leistungssport aufzuhören?  

Ganz ehrlich: Es war easy. Ich hatte für mich persönlich immer die Devise ausgegeben: Wenn‘s am schönsten ist, soll man aufhören. In der Saison 2017 hatte ich gespürt, dass der Zenit erreicht war. Deshalb hatte ich lange vor dem letzten Rennen mein Team und meine Sponsoren informiert, dass das mein letztes Jahr im Weltcup ist. Außerdem kam Ende 2017 mein Sohn zur Welt. Da verschieben sich die Prioritäten.

Aber war kein bisschen Wehmut dabei?

Ich hatte 15 Jahre lang alles in den Sport hineingesteckt, hatte eine tolle Zeit. Punkt. Aber ja, mein erstes Mal als Zuschauer bei einem Wettkampf war komisch, weil es…eigentlich überhaupt nicht komisch war. Da war nichts. Keine Sehnsucht. Kein Jucken. Keine innere Stimme, die mich auf die Rennstrecke trieb.

Sitzt du heute dann überhaupt noch am Rad?

Ja, wenn es die Zeit erlaubt. Das ist das Schöne an meiner neuen Karriere: Ich muss nicht mehr, ich kann! Das letzte halbe Jahr zum Beispiel war ich kaum aktiv. Früher war das Biken ja der Normalzustand. Heute nutze ich es als Ausgleich und merke, wie gut körperliche Bewegung eigentlich tut. Blöd gesagt: Erst heute verstehe ich Leute, die beim Sport Dampf ablassen und sich freiwillig auspowern wollen.

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Stichwort Ausgleich: hattest du einen? Dein Beruf war ja genau das, was den meisten Leuten in ihrem Job abgeht.

Sagen wir so: Erst mit entsprechender Reife erkannte ich, dass ich einen Ausgleich brauche (lacht). Weil ich irgendwann nur noch das Radfahren im Kopf hatte. Vor der letzten Wintersaison habe ich mich daher auf der Uni eingeschrieben und angefangen, Geografie zu studieren.

Studieren. Der absolute Kontrapunkt zum „regulären“ Ausgleich…

Es hat mir irrsinnig getaugt, ich bin da voll reingekippt. Ich habe neben dem Training 4 Halbtage auf der Uni verbracht und im ersten Semester 6 Prüfungen gemacht. Das Studium hat mir geholfen, den Kopf freizukriegen – und das hat mir wiederum sportlich geholfen. Ich hatte wieder mehr Spaß am Trainieren, daher ist meine letzte Saison ja auch so gut gelaufen. (Anm. Staatsmeister im Downhill & Enduro)

Klingt fast so, als wärst du kein Trainingskaiser gewesen.

Im Ernst, ich war eine faule Sau. Das hat mich seinerzeit überhaupt erst zum Downhill gebracht.

Wie das?

Als Schladminger wächst du mit dem Skifahren auf. Deshalb bin ich in die Skihauptschule gegangen. Als mir meine Freunde – begeisterte Biker – dann einmal auf VHS die Downhill-Rennen gezeigt haben, dachte ich mir: „Super, das mach ich auch. Da brauch ich nur runterfahren und nicht trainieren.“ Also habe ich mit dem Skiiahren aufgehört. Zur Freude meiner Eltern – die haben selbst gesehen, dass ich zwar talentiert, aber nicht ehrgeizig war. Beim Radfahren war das dann anders: Da habe ich kein Talent gehabt, dafür war ich irre ehrgeizig.

Den Ehrgeiz in Ehren: Aber mit dem allein gewinnst du auch nix…

Sagen wir so: Ich hatte Talent fürs Rennfahren. Ich habe immer dann über mich hinauswachsen können, wenn es darauf ankam. Und ich habe die Geschwindigkeit geliebt. Beim Speed habe ich immer riskiert und viel rausholen können.

Hast du da von deiner Skivergangenheit profitieren können?

Sicher, ich bin ja von klein auf mit der Geschwindigkeit mitgewachsen und auch während meiner Biker-Karriere kontinuierlich schneller geworden. Wobei: Wenn ich jetzt auf der Aflenzer Bürgeralm oben beim Trail stehe und daran denke, mit welchem Speed ich noch im letzten Jahr da runtergefahren bin, denke ich mir auch: „Bist du deppert, das packst jetzt nicht mehr.“

Hattest du dann auch sowas wie eine Schwäche?

Ganz klar, die Technik. Als ich mit 12 Jahren mit dem Downhill angefangen habe, gab‘s noch keinen Techniktrainer. Manche Dinge habe ich mir dann selber beigebracht, wie die richtige Körperposition, das Benutzen der Vorderbremse oder dass man beim Fahren immer nach vorne schaut. Trotzdem war die Technik immer so ein Niemandsland für mich – dafür hat es eh nie schlecht funktioniert. [lacht]

Wie hat dein Training dann ausgesehen? Was braucht es, um beim Downhill erfolgreich zu sein?  

Vor allem viel Ausdauer, Kondition und einen stabilen Rumpf. Ich selbst habe auch immer auf eine gesunde Ernährung geachtet und jede Hilfe dankend angenommen. Das richtige Stürzen zum Beispiel habe ich mit einem Karate-Trainer geübt. Und ich habe auch sehr viel Athletik trainiert. Das war dem Winter in Schladming geschuldet – da war ans Biken nicht zu denken. Ich habe beim Fitnesstraining vor allem von meinem Wissen und meinen Trainern aus der Zeit in der Skihauptschule/Skihandelschule profitiert. Deshalb war ich – gerade zu Beginn meiner Karriere – immer einer der fittesten Biker im Weltcup.

Neben der Technik und der Fitness spielte aber doch sicher auch die Ausrüstung eine große Rolle?

Auf jeden Fall. Wobei – und das ist jetzt nicht besonders vorbildhaft– je besser und schneller ich geworden bin, desto weniger Schutzausrüstung habe ich getragen. Nur auf den Helm, die Knieschützer, die Handschuhe und den Rückenschutz habe ich nie verzichtet. Da ich jetzt privat viel mehr mit dem Endurobike unterwegs bin, war ich auf der Suche nach einem funktionalen Bike Jersey. Bei Fox bin ich mit dem Indicator LS Mash Camo fündig geworden.

Wie hat sich der Downhill-Sport in all den Jahren eigentlich verändert?

Früher war alles definitiv weniger professionell. Speziell beim Material. Bis auf die Top-Teams sind alle mit herkömmlichen Mountainbikes gefahren, solche, die es auch im Handel gibt. Erst vor ungefähr 5 Jahren haben sich alle auch stärker auf das Material fokussiert. Wenn du heute nicht weißt, wie dein Bike auf der Strecke reagiert und wo du zum Beispiel Grip verlierst, bist du chancenlos. Außerdem haben die jungen Sportler heute eine viel höhere Lernkurve, als die arrivierten. Das liegt vor allem an den digitalen Möglichkeiten. Heute kriegst du ja beinahe alle 10 Sekunden die neuesten Videos von Fahrern auf das Smartphone geschickt. Als ich mit dem Downhill begonnen habe, mussten wir ein Jahr lang warten, bis die neuen Videos von den Weltcuprennen draußen waren. Und auch die Dichte an Fahrern ist größer geworden. Besonders, weil der Sport – dank dem hohen medialen Interesse – immer mehr zum Geschäft wird.

An dem auch du dich noch beteiligst?

Als Testimonial für meine Sponsoren, als Kommentator für Red Bull TV und als Trainer für das Nationalteam. Grundsätzlich sind es jetzt aber die Dinge, die um den Sport herum passieren: Als Consultant berate ich gemeinsam mit Partnern aus dem Marketing- und IT-Bereich Firmen darin, wo das Radfahren in Zukunft hingeht. Außerdem bin ich viel im Coaching unterwegs und biete Workshops an. Wenn man so will: Der Sport wird mich noch lange nicht loslassen.

 

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