So kommen Sie gut durch die Klettersteig-Saison
Die Temperaturen steigen, die Felsen trocknen ab – die Klettersteigsaison steht vor der Tür! Ob im hochalpinen Gelände oder beim Klettern in der City: Der Klettersteig-Boom ist ungebrochen. Damit Sie sicher und mit maximalem Spaßfaktor durch die vertikale Welt kommen, hat Gigasport die wichtigsten Tipps und Empfehlungen für eine unfallfreie Bergsaison zusammengestellt.
Vorbereitung ist alles: Kennen Sie Ihre Route
Immer mehr Menschen entdecken die Faszination Klettersteig. In Österreich gibt es mittlerweile rund 340 Routen – von leicht bis extrem anspruchsvoll.
Plattformen wie bergsteigen.com helfen dabei, passende Touren nach Schwierigkeitsgrad, Dauer und Region zu filtern.
Besonderes Highlight: Der „City Wall“ Klettersteig in Salzburg – mitten in der Stadt und dennoch anspruchsvoll.
Die Klettersteig-Schwierigkeitsgrade auf einen Blick
Um sich nicht zu überschätzen, müssen Sie die Schwierigkeitsskala kennen. In der Alpenregion hat sich die Einteilung von A bis F (nach Schall) etabliert.
| Grad | Bezeichnung | Gelände & Anforderungen |
| A | Leicht | Flaches bis steiles Gehgelände, mit Drahtseilen versichert. Für Anfänger und Kinder geeignet. |
| B | Mäßig schwierig | Steileres Felsgelände, teilweise kleine Tritte. Kraftaufwand gering, Trittsicherheit nötig. |
| C | Schwierig | Steiles bis sehr steiles Gelände. Erfordert Armkraft, Ausdauer und gute Klettertechnik. |
| D | Sehr schwierig | Senkrechtes, oft ausgesetztes Gelände. Viel Kraft in den Armen nötig. Nur für Erfahrene. |
| E | Extrem schwierig | Überhängendes Gelände, sehr kraftraubend. Top-Kondition und Klettererfahrung zwingend. |
| F | Über-extrem | Fast nur noch artistische Passagen. Nur für absolute Profis mit Zusatzsicherung. |
5 Profi-Tipps für Ihre Sicherheit am Klettersteig
1. Schwierigkeitsgrad checken
Entsprechen die Schlüsselstellen Ihrem Können? Ein „C“-Steig kann für Anfänger bereits eine enorme Herausforderung sein. Nutzen Sie Portale wie bergsteigen.com, um Topos (Routenskizzen) vorab zu studieren.
2. Zeitmanagement: Auf- und Abstieg planen
Unterschätzen Sie niemals den Zeitbedarf. Staus an beliebten Steigen oder plötzliche Wetterumschwünge können den Zeitplan sprengen. Planen Sie immer eine Zeitreserve für Pausen und den Abstieg ein.
3. Die Wetterlage im Auge behalten
Ein Gewitter am Stahlseil ist lebensgefährlich! Prüfen Sie den Wetterbericht kurz vor dem Start und beobachten Sie die Wolkenbildung. Bei den ersten Anzeichen eines Gewitters: Verlassen Sie den Steig sofort!
4. Den Zustand des Steigs prüfen
Informieren Sie sich vorab über Steinschläge oder witterungsbedingte Schäden. Ein lockeres Drahtseil kann eine Tour schnell gefährlich machen.
5. Die eigenen Grenzen respektieren
Falscher Ehrgeiz führt oft zu Unfällen. Wenn die Kraft nachlässt oder die Angst blockiert, ist es keine Schande umzukehren (sofern dies sicher möglich ist).
Die richtige Kletter-Ausrüstung ist das A und O
Sicherheit beginnt beim Equipment. Ohne die zertifizierte Grundausstattung sollten Sie keinen Klettersteig betreten.
- Klettersteigset: Das Herzstück mit Bandfalldämpfer, das Sie im Falle eines Sturzes vor dem Schlimmsten bewahrt.
- Klettergurt: In der Regel ein Hüftgurt, der perfekt sitzen muss.
- Kletterhelm: Schützt nicht nur bei Stürzen, sondern vor allem vor Steinschlag durch voraussteigende Personen.
- Klettersteighandschuhe: Diese schützen Sie vor Blasen und Verletzungen durch aufgespleißte Drahtseile.
- Schuhwerk: Feste Bergschuhe mit griffiger Sohle (Vibram) sorgen für Trittsicherheit auf kleinen Tritten.
Tipp: Für Kinder oder unsichere Personen empfiehlt sich zusätzlich ein Sicherungsseil für die Nachsicherung durch eine erfahrene Begleitperson.
Freizeitvergnügen in den Bergen
Entsprechend ausgerüstet und vorbereitet steht dem Outdoor-Spaß im felsigen Terrain nichts mehr im Wege. Was uns wieder zurück nach Salzburg bringt. Denn der eingangs erwähnte und weltweit einzigartige Stadtklettersteig „City Wall“ ist nur einer von vielen Klettersteigen in Salzburg. Rund 35 spektakuläre Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden stehen dem erfahrenen Alpinisten als auch dem Neuling im Salzburger Land zur Verfügung.
Wie der Klettersteig „Kronprinz Rudolf“ beispielsweise. Er ist ideal für all jene, die ihre ersten Klettersteigversuche wagen. Der herrliche Ausblick auf den Weißsee und das beeindruckende Panorama sind auch für routinierte Bergsportler ein Grund, sich in die Gletscherwelt Weißsee zu begeben und die Route zu beschreiten. Außerdem befindet sich in unmittelbarer Nähe der „Kristall-Klettersteig.“ Er zählt zu den schwierigsten Routen der Alpen und sorgt auch bei abgebrühten Klettersteiggehern für absoluten Adrenalinkick.
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Brauche ich zum Klettersteiggehen eine spezielle Ausbildung?
Für einfache Klettersteige (A und B) ist keine formale Ausbildung zwingend, aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Grundvoraussetzungen. Für schwierigere Steige empfehlen wir dringend einen Einsteigerkurs bei einem Bergführer, um die richtige Sicherungstechnik und den Umgang mit Kraftreserven zu lernen.
Darf ich ein Klettersteigset nach einem Sturz weiterverwenden?
Nein. Ein Klettersteigset ist ein Einweg-Sicherheitsprodukt für den Ernstfall. Sobald der Bandfalldämpfer durch einen Sturz aufgerissen ist, hat er seine Schutzfunktion erfüllt und muss sofort entsorgt und ersetzt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Klettern und Klettersteiggehen?
Beim klassischen Klettern bewegen Sie sich direkt am Fels und werden von einem Partner gesichert. Beim Klettersteig (Via Ferrata) folgen Sie einer fest installierten Route aus Stahlseilen, Eisenstiften und Leitern, an denen Sie sich mit Ihrem Klettersteigset selbst sichern.
Wie erkenne ich, ob ein Klettersteig geöffnet ist?
Besonders im Frühjahr können Altschneereste oder Winterschäden Steige unpassierbar machen. Informationen zum Status finden Sie auf Portalen wie bergsteigen.com, in lokalen Tourismusbüros oder auf den Websites der jeweiligen Hüttenbetreiber in der Region.
Welche Kleidung eignet sich am besten für den Klettersteig?
Empfehlenswert ist funktionelle Outdoor-Bekleidung im Zwiebelprinzip. Da man am Fels oft direktem Wind und Sonne ausgesetzt ist, sollte die Kleidung atmungsaktiv und robust sein. Eine leichte Regenjacke gehört als Backup immer in den Rucksack.
Kann ich eine normale Kletterausrüstung für den Klettersteig nutzen?
Nur bedingt. Während der Klettergurt und der Helm identisch sind, ist das Klettersteigset mit Bandfalldämpfer speziell für die hohen Fangstoßkräfte bei Stürzen in Drahtseilsicherungen konstruiert. Eine einfache Seilschlinge (Standplatzsicherung) ist lebensgefährlich und darf niemals, als Sturzsicherung verwendet werden.











