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Ingrid Klammler im #wirsindgigasport Interview

Frozen – einmal ganz anders: Ingrid Klammler, Kassenmitarbeiterin bei Gigasport Graz, ist amtierende Österreichische Staatsmeisterin im Mannschaft-Eisstockschießen. Ein Gespräch über ihre schwierigsten Bedingungen am Eis, das Überraschungspotential ihrer Mannschaft, Stoßgebete und Kälte.

Gigasport Dezember 19, 2019 / by Gigasport

Wie hat es bei dir mit dem Stockschießen angefangen, Ingrid?
Vor zwanzig Jahren haben wir zu Hause für die Gaudi eine Bahn gebaut. Dann haben wir einen Verein gegründet und wegen der Gaudi bei Bewerben mitgemacht. Dabei habe ich gesehen, dass es lustiger ist, wenn es um etwas geht. Vor ein paar Jahren ist aus meinem Hobby ein Spitzensport geworden.

 Der Ablauf beim Stockschießen wirkt kompliziert. Wie läuft es beim Spielen?
Auch kompliziert. (lacht) Aber eigentlich ist es einfach: Es gibt zwei sich gegenüberliegende Felder, zwischen denen man im Wechsel mit dem Gegner hin- und herschießt. Ziel ist es, die Stöcke so nahe wie möglich zur Daube zu bringen – einem Gummiring mit einem Durchmesser von 12 Zentimetern, die in der Mitte des Zielfeldes platziert und 24,5 Meter vom Anstand entfernt ist.

Was braucht man, um der Daube möglichst nah zu kommen?
Gefühl, ein bissl Kraft und viel Konzentration. Jede unserer Schützinnen hat eine andere Rolle. Der „Moar“ beginnt das Spiel und baut es auf. Ich bin die 1. Stockschützin und muss Druck machen, die 2. Stockschützin erhöht den Druck und die Schluss-Spielerin hat die größte Verantwortung, weil sie das Spiel noch drehen kann.

Wie lange dauert es, bis der Sieger feststeht?
Lange! Bei einem Spiel geht es 3x hin und her, es sind immer 6 Kehren und ein Spiel kann 20, 30 oder sogar 40 Minuten dauern. Insgesamt absolviert man bei einem Turnier circa 10 Spiele. Bewertet wird nach einem komplizierten Punktesystem, das erkläre ich jetzt aber nicht. (lacht)

 Wann wurde dein Hobby zum Spitzensport?
Der entscheidende Moment war vor ein paar Jahren bei einem internationalen Turnier mit 250 Mannschaften, wo wir merkten, dass uns die Gegnerinnen ernst nehmen und wo ich auf mein Talent angesprochen wurde. Danach habe ich mir gesagt: Jetzt mache ich etwas daraus!

Und dann bist du gleich in die Österreichische Staatsliga eingestiegen. Wie hast du das geschafft?
Mein jetziger Verein „Union Passail“ hat mich angeredet, ob ich dabei sein will und die haben schon in der Staatsliga gespielt. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es in einer so hohen Klasse läuft – der Einstieg war deshalb schwierig. Dann habe ich mich aber mental darauf eingelassen und es ging gut.

Jetzt seid ihr amtierende Österreichische Staatsmeisterinnen. Wie war der Wettbewerb?
Wir mussten 16 Spiele an zwei Tagen absolvieren – die Konzentration dazwischen zu halten, war eine Herausforderung. Außerdem hat der ORF gefilmt und es waren viele Bekannte auf der Tribüne, die ständig geklatscht und geschrien haben. Die Nervosität im Zaum zu halten, war nicht einfach.

Habt ihr mit der Goldmedaille gerechnet?
Sagen wir so: Insgeheim gehofft! (lacht) Wir haben die Bewerbe davor dominiert, hatten aber sehr starke Gegnerinnen und an den Meisterschaftstagen musste dann alles passen – nicht nur bei mir, sondern auch bei meinen Teamkolleginnen. Da ist immer ein wenig Glück dabei.

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Danach seid ihr beim Europacup in Südtirol gewesen. Wie ist es gelaufen?
Es waren die schwersten Bedingungen in meinem Leben! Noch nie habe ich auf einem so schwierigen Eis geschossen – es war unglaublich langsam! Jede Mannschaft darf 20 Laufplatten für die Eisstöcke mitnehmen und nur wenige davon haben wir für diese Bedingungen brauchen können.

Wie habt ihr das Problem gelöst?
Wenn das Eis langsam ist, kann man beim Schießen mehr Druck geben. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass man verreißt, ist groß. Wir haben einfach improvisiert. Letztlich haben wir den 7. Platz gemacht und waren die zweitbeste Mannschaft von Österreich. Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden!

 Hattet ihr beim Europacup als Einstimmung ein besonderes Ritual?
Eigentlich nicht, wir haben es wie immer gemacht: Wir klatschen uns ein und ich denke mir: Schau owa und hülf ma! (lacht) In der Halle versuche ich mich ganz auf mich zu konzentrieren und atme tief und ruhig. Dann gibt es nur noch eins: Ich fokussiere mich voll und ganz auf meinen Stock.

 Apropos: Der Eisstock ist deine verlängerte Hand – was kann er alles?
Er ist ein High-Tech-Produkt und hat mit den Holzstöcken, die man vom Hobbystockschießen kennt, nicht mehr viel gemeinsam. Die Stöcke für den Spitzensport sind aus Kunststoff mit einem Ring aus gehärtetem Metall. Weil wir auch Sommer-Meisterschaften auf Pflastersteinen und Asphalt spielen, gibt es verschiedene Stiele und mehrere Laufplatten. Diese werden vor jedem Wettbewerb vom Schiedsrichter geprüft, damit niemand mogeln kann.

 Wie schwer ist dein Eisstock?
Er hat circa 5,3 Kilogramm und weil man immer mit demselben Arm spielt, spüre ich nach einem Wettbewerb die einseitige Belastung. Ich gehe deshalb 2x in der Woche ins Fitnessstudio, um meine Rückenmuskulatur zu stärken und lasse mich regelmäßig massieren.

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Was für ein Training machst du noch?
Im Fitnessstudio trainiere ich meinen Oberkörper mit. Gute Armmuskeln sind zwar nicht notwendig, aber von Vorteil. Außerdem beschäftige ich mich mit Mentaltraining und probiere gerade einiges aus. Als Mannschaft trainieren wir pro Woche drei Stunden, öfter steht uns die Halle nicht zur Verfügung. Deshalb spiele ich auch viele Hobbyturniere, um in Form zu bleiben.

Was zieht man beim Eisstockschießen an?
Unbedingt warme Skiunterwäsche! (lacht) Darüber trage ich u.a. eine Winterwanderhose und ein warmes Fleece unter der Jacke. In manchen Hallen hat es nur null Grad und es ist zugig. Mit der Kälte hab‘ ich es nicht so, da bin ich empfindlich.

 Was hilft dir, wenn es sehr kalt ist?
Sohlenwärmer sind angenehm. Und ich verwende keine Handschuhe, sondern habe Handwärmer in meinen Jackentaschen. Sobald man die Verpackung aufmacht, aktivieren sie sich durch den Kontakt mit Sauerstoff und geben einige Stunden eine natürliche Wärme ab. Am wichtigsten ist aber, sich mental nicht auf die Kälte einzulassen, sondern immer beim Spiel zu bleiben.

Was ist euer nächstes Ziel? Wollt ihr wieder Österreichische Staatsmeisterinnen werden?
Unsere Mannschaft hat sich verändert und wir spielen mit zwei neuen Schützinnen. Ein Sieg ist deshalb noch nicht realistisch – unser wichtigstes Ziel ist es, die Liga zu halten. Aber wir haben Überraschungspotential und vielleicht ist sogar ein Stockerlplatz drinnen.

Wenn du an die kommende Staatsmeisterschaft denkst: Angst oder Freude?
Beides! (lacht) Die Meisterschaft ist bereits Anfang Februar und natürlich wird man nervös, wenn der Wettbewerb näher rückt. Aber ich spüre auch große Freude, dass ich dabei bin und denke jetzt schon daran, wie uns das Publikum anfeuert. Das spornt mich an!

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Facts mit Eisstockschützin Ingrid Klammler

22.500 Minuten
verbringt sie im Jahr mit Stockschießen

10.000 Stockschüsse
macht sie dabei ungefähr

250.000 Meter
legt ihr Stock im Jahr zurück


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