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Gut gepflegt auf Tour: So pflegen Sie Ihre Wanderschuhe richtig
Schlamm, Staub, Nässe und steinige Wege: Wanderschuhe müssen auf Tour einiges aushalten. Damit Material, Passform und Funktion möglichst lange erhalten bleiben, ist die richtige Pflege entscheidend. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Wanderschuhe reinigen, richtig trocknen, imprägnieren und Leder-Wanderschuhe mit Wachs pflegen.
Nach der Tour ist vor der Tour
Wie häufig Wanderschuhe eine gründliche Pflege benötigen, hängt davon ab, wie intensiv sie genutzt werden und welchen Bedingungen sie ausgesetzt sind. Nach einer Tour durch Schlamm und Regen brauchen die Schuhe naturgemäß mehr Aufmerksamkeit als nach einer kurzen Wanderung auf trockenen Wegen.
Groben Schmutz sollten Sie möglichst nach jeder Tour entfernen. Eine umfassendere Reinigung und Pflege ist je nach Beanspruchung nach mehreren Touren sinnvoll. Ein guter Richtwert sind etwa fünf bis acht Wanderungen.
Bei Leder-Wanderschuhen lohnt sich zusätzlich ein Blick auf das Material: Wirkt das Leder trocken oder spröde, sollte es mit einem geeigneten Pflegemittel behandelt werden. Auch die Imprägnierung lässt sich leicht überprüfen. Perlt Wasser nicht mehr zuverlässig von der Oberfläche ab, ist es Zeit, den Nässeschutz aufzufrischen.
Das Pflege-Einmaleins für Ihre Bergschuhe
Eine gründliche Wanderschuhpflege ist weniger aufwendig, als Sie vielleicht denken. Für die grundlegende Reinigung reichen meist eine Schuhbürste, lauwarmes Wasser, ein weicher Schwamm und ein zum Material passendes Pflegeprodukt.
So gehen Sie vor:
- Schnürsenkel und Einlegesohlen herausnehmen.
- Groben Schmutz von Obermaterial und Sohle entfernen.
- Wanderschuhe außen und bei Bedarf innen reinigen.
- Schuhe vollständig und schonend trocknen lassen.
- Imprägnierung erneuern und Leder gegebenenfalls mit Wachs pflegen.
Diese Reihenfolge sorgt dafür, dass Schmutz nicht unter Pflegeprodukten eingeschlossen wird und Wachs oder Imprägnierung gleichmäßig auf das saubere Material aufgetragen werden können.
Grobem Schmutz an den Kragen
Entfernen Sie zunächst Schnürsenkel und Einlegesohlen. Anschließend können Sie trockenen Schmutz mit einer Schuhbürste lösen. Vergessen Sie dabei das Profil nicht: Kleine Steine, Erde und Schlamm setzen sich gerne zwischen den Stollen der Sohle fest.
Hartnäckige Verschmutzungen lassen sich mit lauwarmem Wasser und einer geeigneten Bürste oder einem Schwamm entfernen. Heißes Wasser und aggressive Haushaltsreiniger sind dagegen keine gute Wahl.
Bei Leder-Wanderschuhen sollten Sie ausschließlich Reinigungs- und Pflegeprodukte verwenden, die für die jeweilige Lederart geeignet sind. Vor allem Nubuk- und Veloursleder benötigen eine etwas andere Behandlung als Glattleder.
Ein Blick ins Innere lohnt sich
Nicht nur außen sammeln sich Schmutz und Feuchtigkeit. Sand, Steinchen und Schweiß können auch das Innenmaterial auf Dauer beanspruchen.
Nehmen Sie deshalb nach der Wanderung die Einlegesohlen heraus und schütteln Sie die Schuhe gründlich aus. Bei stärkeren Verschmutzungen können Sie das Innenfutter vorsichtig mit lauwarmem Wasser und einem weichen Schwamm reinigen. Eine harte Bürste ist dafür ungeeignet, da sie das Innenmaterial beschädigen kann.
Auch die Innensohlen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Sie nehmen besonders viel Schweiß auf und gehören zu den Verschleißteilen eines Wanderschuhs. Sind sie stark abgenutzt, durchgetreten oder verformt, kann ein Austausch den Tragekomfort wieder verbessern.
Handwäsche statt Waschmaschine
So verlockend es nach einer besonders schlammigen Tour auch sein mag: Wanderschuhe gehören grundsätzlich nicht in die Waschmaschine. Die mechanische Belastung, Waschmittel und hohe Temperaturen können Materialien, Verklebungen und andere Bestandteile des Schuhs beeinträchtigen.
Die schonendere Alternative ist die Reinigung per Hand. Mit lauwarmem Wasser, einer Bürste für das Außenmaterial und einem weichen Schwamm für empfindlichere Bereiche bekommen Sie auch stark beanspruchte Wanderschuhe wieder sauber.
Luft statt Hitze: So trocknet’s richtig
Nach der Reinigung sollten Wanderschuhe vollständig trocknen, bevor Sie sie erneut tragen oder pflegen. Entfernen Sie dafür Schnürsenkel und Einlegesohlen und öffnen Sie die Schuhe möglichst weit.
Stellen Sie die Wanderschuhe an einen trockenen und gut belüfteten Ort. Direkte starke Wärme durch Heizkörper oder Öfen sollten Sie vermeiden. Vor allem Leder kann durch zu viel Hitze austrocknen, spröde werden und im schlimmsten Fall Risse bekommen.
Um die Feuchtigkeit im Inneren schneller aufzunehmen, können Sie die Schuhe locker mit saugfähigem Küchenpapier ausstopfen. Wechseln Sie das feuchte Papier regelmäßig aus.
Je nachdem, wie nass die Schuhe geworden sind, kann das vollständige Trocknen ein bis mehrere Tage dauern. Planen Sie deshalb ausreichend Zeit zwischen Reinigung und nächster Tour ein.
Bereit für Regen, Matsch & Co.
Eine gute Imprägnierung verhindert, dass sich das Obermaterial unnötig mit Wasser vollsaugt. Gleichzeitig haftet Schmutz weniger stark an der Oberfläche.
Ob Ihre Wanderschuhe eine neue Imprägnierung benötigen, lässt sich leicht feststellen: Perlt Wasser in kleinen Tropfen von der Oberfläche ab, funktioniert der Schutz noch. Wird das Obermaterial dagegen schnell dunkel und saugt Feuchtigkeit auf, sollten Sie die Imprägnierung erneuern.
Verwenden Sie dafür ein Imprägniermittel, das ausdrücklich für das Material Ihrer Wanderschuhe geeignet ist. Viele moderne Wanderschuhe bestehen aus einer Kombination aus Leder, Textil und synthetischen Materialien – entsprechend sollte auch das Pflegeprodukt ausgewählt werden.
Wichtig: Beachten Sie immer die Anwendungshinweise des Herstellers. Bei Sprays empfiehlt sich die Verwendung im Freien oder in einem sehr gut belüfteten Bereich.
Geschmeidig bleiben: Glattleder richtig behandeln
Tragen Sie nach der Reinigung eine kleine Menge Schuhwachs dünn und gleichmäßig auf das trockene Leder auf und arbeiten Sie es mit einem weichen Tuch ein. Auch Nähte, Lasche und Ösen sollten berücksichtigt werden. Anschließend gut einziehen lassen und überschüssiges Wachs vorsichtig entfernen.
Nubuk- und Veloursleder richtig pflegen
Bei Nubuk- und Veloursleder sollten Sie speziell geeignete Pflegeprodukte verwenden, da klassisches Wachs die Farbe und die samtige Oberfläche verändern kann. Falls dennoch Wachs zum Einsatz kommt, lässt sich die Oberfläche anschließend vorsichtig mit einer passenden Bürste wieder aufrauen.
Pflege to go: Tipps für unterwegs
Auf einer mehrtägigen Wanderung oder Hüttentour ist keine umfassende Schuhpflege nötig. Ein paar kleine Maßnahmen können jedoch viel bewirken.
Entfernen Sie am Ende jeder Etappe groben Schlamm und Schmutz, nehmen Sie die Einlegesohlen heraus und lassen Sie die Schuhe gut auslüften. Sind die Wanderschuhe nass geworden, öffnen Sie die Schnürung möglichst weit und lassen Sie sie langsam trocknen.
Gut gemeint, schlecht für den Schuh
Auch bei der Pflege gilt: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Besonders diese Fehler sollten Sie vermeiden:
- Wanderschuhe in der Waschmaschine reinigen
- heißes Wasser zur Reinigung verwenden
- Schuhe direkt auf Heizkörper oder an den Ofen stellen
- aggressive Reinigungsmittel verwenden
- Leder mit ungeeigneten Ölen oder Fetten behandeln
- zu viel Wachs auftragen
- Pflegeprodukte verwenden, die nicht zum Obermaterial passen
- feuchte Wanderschuhe geschlossen lagern
Wer stattdessen regelmäßig und materialgerecht pflegt, schafft gute Voraussetzungen dafür, dass die Wanderschuhe lange komfortabel und funktionstüchtig bleiben.
Gut gepflegt ins nächste Bergabenteuer
Die richtige Wanderschuhpflege beginnt bereits nach der Tour. Schmutz entfernen, Schuhe langsam trocknen lassen, die Imprägnierung kontrollieren und Leder bei Bedarf wachsen – mit wenigen Handgriffen können Sie viel für den Erhalt Ihrer Berg- und Wanderschuhe tun.
Und wenn es doch Zeit für ein neues Paar wird? Bei Gigasport finden Sie Wanderschuhe und Bergschuhe für unterschiedliche Einsatzbereiche – von leichten Wanderwegen bis zu anspruchsvollen Touren.
FAQ's
Wie oft sollte man Wanderschuhe reinigen?
Groben Schmutz sollten Sie möglichst nach jeder Wanderung entfernen. Eine gründliche Reinigung ist vor allem nach schlammigen oder sehr nassen Touren sinnvoll. Wie häufig eine komplette Pflege notwendig ist, hängt von Nutzung, Material und Witterung ab.
Kann man Wanderschuhe mit Spülmittel oder Seife reinigen?
Aggressive Haushaltsreiniger sind für Wanderschuhe nicht empfehlenswert. Je nach Material können sie Leder, Imprägnierung oder andere Bestandteile beeinträchtigen. Verwenden Sie vorzugsweise lauwarmes Wasser und bei Bedarf ein für Wanderschuhe geeignetes Reinigungsmittel.
Wie bekomme ich unangenehme Gerüche aus Wanderschuhen?
Lassen Sie die Schuhe nach jeder Tour gründlich auslüften und nehmen Sie die Einlegesohlen heraus. Diese speichern besonders viel Feuchtigkeit und Schweiß. Lassen sich Gerüche trotz Reinigung und vollständigem Trocknen nicht beseitigen, kann ein Austausch stark beanspruchter Einlegesohlen sinnvoll sein.
Soll man Wanderschuhe erst imprägnieren oder wachsen?
Das hängt vom Material und vom verwendeten Pflegeprodukt ab. Bei Leder steht neben dem Nässeschutz vor allem die Erhaltung der Geschmeidigkeit im Vordergrund, während Textilmaterialien hauptsächlich von einer geeigneten Imprägnierung profitieren. Orientieren Sie sich an den Herstellerangaben des Schuhs und des Pflegeprodukts.
Wie erkenne ich, ob meine Wanderschuhe neu imprägniert werden müssen?
Beobachten Sie das Abperlverhalten. Bildet Wasser Tropfen und läuft von der Oberfläche ab, ist der Schutz noch vorhanden. Zieht Feuchtigkeit zunehmend in das Obermaterial ein, sollte die Imprägnierung erneuert werden.
Warum werden Leder-Wanderschuhe nach dem Wachsen dunkler?
Wachs dringt in die Lederoberfläche ein und kann dadurch die Farbe intensivieren. Besonders bei Nubuk- und Veloursleder kann die Veränderung deutlich sichtbar sein. Verwenden Sie deshalb ein speziell für die jeweilige Lederart geeignetes Produkt und testen Sie es im Zweifel zunächst an einer unauffälligen Stelle.







