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Alfons Kristans Tipps für Stand Up Paddling

Bis zu 90 Paddelschläge pro Minute und 14km/h bei Race-Sprints: Der mehrfache österreichische SUP-Meister in der Masters Klasse Alfons Kristan gibt gern so richtig Gas. Im Interview verrät der Gigasport-Mitarbeiter seine Wettkampf-Tricks und Top-Secret-Spots.

Gigasport Mai 17, 2018 / by Gigasport

Wie hat sich Stand Up Paddling entwickelt?

Vor circa 20 Jahren begannen die Surfer in Hawaii am Board stehend zu paddeln, um schneller vom Ufer zu den wellenbrechenden Riffs zu kommen. Und auch die Fotografen in Hawaii bemerkten, dass sie am Board stehend bessere Fotos von den Wellen machen können. Aber schon die Indianer haben auf Baumstämmen stehend gepaddelt, diese Fortbewegungsart gibt es also schon sehr lange.

 

Warum machst du Stand Up Paddling?

Weil ich seit Kindheit an ein Wettkampfmensch bin. Beim SUPen kann ich mich super auspowern und trotzdem super regenerieren. Die Verletzungsgefahr ist bei dieser Sportart sehr gering und fürs Kopf auslüften ist SUPen sowieso super. Außerdem spürt man dabei die Kraft des Wassers intensiv und man nimmt den See und die Natur rundherum stehend viel besser wahr. Das taugt mir.

 

Wie wirkt diese Sportart? 

Ich sag immer: Stand Up Paddling wirkt von den Haarwurzeln bis zu den Fußsohlen. Es stärkt das Koordinationsvermögen und Gleichgewicht, die Bandscheiben und viele Muskelpartien. SUPen ist außerdem eine der wenigen Sportarten, die in die Tiefenmuskulatur gehen. Deshalb wird es auch von Profi-Sportlern wie u.a. den Skifahrern betrieben, sie trainieren damit Bauch- und Rumpfmuskulatur. Für Einsteiger ist SUPen auch ideal, weil man im Wasser mehr Kraft hat, da geht schnell was weiter!

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Du bist mehrfacher österreichischer SUP-Meister. Was sind deine Wettkampf-Tipps?

Bei der Paddeltechnik habe ich mir viel aus dem Kanusport abgeschaut. Es ist wichtig, dass man mit dem Körper tief eintaucht, denn je tiefer der Schwerpunkt ist, umso mehr Kraft kommt aufs Board. Außerdem sollte man beim Handwechsel schnell sein. Ich wechsle alle 20-25 Paddelschläge die Hand und mache bei Rennen durchschnittlich 60-65 Schläge in der Minute. Bei Sprints können es schon bis zu 90 Paddelschläge pro Minute werden. Das ist so schnell, dass man das Paddel gar nicht mehr sieht. Ein Wahnsinn!

 

Wie gewinnst du ein Rennen?

Mein Spleen ist, dass ich nicht drafte, also nicht im Windschatten von anderen fahre. Ich bin ein Einzelkämpfer und paddle meine eigene Linie. Entweder finde ich sie oder ich finde sie nicht. (lacht)

 

An welches Rennen erinnerst du dich am liebsten?

An ein 8-km-Rennen am Neusiedlersee mit starkem Seitenwind und hohen Wellen! Ich habe das falsche Board gewählt, bin ca. 10x hineingefallen und konnte wegen dem starken Seitenwind nur auf einer Seite paddeln. Aber ich habe zum Schluss nochmal so richtig Gas gegeben und mich aufs Podest gekämpft. Ich wollte damals schon aufgeben, aber: Ich bin kein Typ fürs Aufgeben!

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Welche SUP Boards empfiehlst du?  

Für Einsteiger eignet sich ein Allround Board am besten. Es ist kurz genug, um wendig zu sein und lang genug, um stabil zu fahren. Das Touring Board ist länger und spritziger und das richtige Board für Langstrecken. Je länger ein SUP Board ist, umso schneller kommt man damit voran. Deshalb braucht man für Rennen ein Race Board. Für Einsteiger ist dieses schmale und lange Board zum Beispiel nicht geeignet, weil darauf die Balance am schwierigsten zu halten ist.

 

Was muss man beim Boardkauf beachten?

Das Board sollte unbedingt eine Leash haben. Das ist ein Knöchelband, über das man mit dem Board verbunden ist. So verliert man es nicht, wenn man runterfällt. Ich empfehle außerdem Inflatable Boards, die man aufblasen kann. Sie sind praktisch, leicht zu transportieren und trotzdem robust.

 

SUP SORTIMENT ENTDECKEN

 

Wie lagert man ein Inflatable Board richtig?

Wenn man aus dem Wasser kommt, sollte man ein wenig Luft rauslassen und es vor UV-Strahlen geschützt lagern. Bei einer Lagerung in praller Sonne wird das Material brüchig.

 

Was ist wichtiger: Board oder Paddel?  

Das Paddel ist meines Erachtens wichtiger, weil man mit dem richtigen Paddel die Kraft richtig ins Wasser bringt. Es gibt bei den Paddeln große Unterschiede und es zahlt sich aus, wenn man sich da g’scheit beraten lässt. Ich finde die Paddel aus Carbon super, weil sie angenehm leicht sind.

 

Was ziehst du beim Stand Up Paddling an?

Im Sommer meist ein Langarm-Shirt und eine Short aus Lycrastoff. Eine Schildkappe ist auch nicht von Nachteil. Wenn die Wassertemperatur unter 15 Grad liegt, ziehe ich einen Trockenanzug an. Ich paddle nämlich auch im Winter.

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Welche Tipps hast du für Stand Up Paddling im Sommer?

Super ist eine polarisierende Brille, mit der man gut ins Wasser sieht und zum Beispiel die Fische beobachten kann. Außerdem: Sonnenschutzfaktor 50 verwenden und genug Flüssigkeit mitnehmen!

 

Du betreibst das Fanatic SUP Center am Wörthersee. Welche Touren kommen am besten an?

Die Frühstückstour, da paddeln wir am Morgen circa 1,5 Stunden und man kann den See in Ruhe erleben. Danach geht es noch zum Frühstück. Und das Vollmondpaddeln taugt auch jedem. Den See in der Nacht genießen, das ist schon ein besonderes Erlebnis! Unsere X-Large-Boards, auf denen 6-10 Leute Platz haben, kommen ebenfalls gut an. Damit kann man zum Beispiel in der Familie oder mit Freunden paddeln. Viele Firmen buchen SUPen mit X-Large-Boards übrigens als Teamtraining.

Hast du einen Event-Tipp für Stand Up Paddling?

Am 16./17. Juni findet in Bad Maiernigg am Wörthersee das „SUP the Lake“ statt, das ist kostenfrei und eine gute Möglichkeit, die Sportart kennenzulernen. Am 23. /24. Juni organisiere ich im Parkbad Krumpendorf die österreichische SUP-Meisterschaft mit allen Disziplinen. Da sind auch starke Rider aus Slowenien und Italien dabei und es gibt interessante Wettkämpfe zu sehen.

 

Verrätst du uns noch deine Top-Secret-Spots für Stand Up Paddling?

Mein Lieblingssee ist der Wörthersee. Er hat Trinkwasserqualität und ich mag seine türkise Farbe! Hier kenne ich viele Top-Secret-Spots, die man noch öffentlich anfahren kann. Super ist es auch am Weißensee, weil er als Bergsee ein extrem klares und schönes Wasser hat. Da sieht man teilweise bis zu 10 Meter runter. Und noch ein Tipp: Am Keutschacher See gibt es keine Boote und man kann beim SUPen die Natur in Ruhe genießen.

 

Hast du einen Event-Tipp für Stand Up Paddling?

Am 16./17. Juni findet in Bad Maiernigg am Wörthersee das „SUP the Lake“ statt, das ist kostenfrei und eine gute Möglichkeit, die Sportart kennenzulernen. Am 23. /24. Juni organisiere ich im Parkbad Krumpendorf die österreichische SUP-Meisterschaft mit allen Disziplinen. Da sind auch starke Rider aus Slowenien und Italien dabei und es gibt interessante Wettkämpfe zu sehen.

 

Verrätst du uns noch deine Top-Secret-Spots für Stand Up Paddling?

Mein Lieblingssee ist der Wörthersee. Er hat Trinkwasserqualität und ich mag seine türkise Farbe! Hier kenne ich viele Top-Secret-Spots, die man noch öffentlich anfahren kann. Super ist es auch am Weißensee, weil er als Bergsee ein extrem klares und schönes Wasser hat. Da sieht man teilweise bis zu 10 Meter runter. Und noch ein Tipp: Am Keutschacher See gibt es keine Boote und man kann beim SUPen die Natur in Ruhe genießen.


SUP Facts mit Alfons Kristan

85-90 Paddelschläge pro Minute
macht er bei Sprints

60-65 Paddelschläge pro Minute
sind es bei einem Rennen im Durchschnitt

alle 20-25 Paddelschläge
erfolgt ein schneller Handwechsel

14km/h 
fährt er bei einem Race-Sprint

3 Tipps für SUP Races

  • Bevor ich zum Start gehe, wärme ich mich schnell und kurz auf.
  • Ich reibe die Hände mit Sand oder Erde ein, so habe ich einen besseren Grip am Paddel.
  • Dann: Stirnband zuziehen, Kopf ausschalten und los geht’s! Jetzt ist nur mehr Wettkampf!

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