Klettern Outdoor

Norm EN 958:2017- Neue Sicherheittstandards für Klettersteigsets

Seit Mai 2017 ist die neue Klettersteigset-Norm EN 958:2017 in Kraft. Lesen Sie hier, welche Sicherheitsstandards das neue Regelwerk mit sich bringt.

Gigasport August 07, 2017 / by Gigasport

Seit Mai 2017 ist die neue Klettersteigset-Norm EN 958:2017 in Kraft. Erfahren Sie in diesem Artikel, warum eine neue Norm notwendig geworden war und was sich für Hersteller von Klettersteigsets ändert.

Sicherheitstests ergaben, dass der Bandfalldämpfer bei Personen mit geringem Körpergewicht nicht wirkt. Der Fangstoß – also der Ruck, dem die Person beim Auffangen des Sturzes ausgesetzt ist – barg erhebliche Gesundheitsrisiken. Vor allem bei Kindern funktionierten die Bremsen nicht. Die Kräfte, die auf den Körper einwirkten, konnten im schlimmsten Fall zu einem Genickbruch führen.

Außerdem deckten Untersuchungen gefährliche Mängel an elastischen Lastarmen auf, was zu etlichen Rückruf-Aktionen führte: Die „Äste“, die für zusätzliche Sicherheit sorgen sollen, werden mit Karabinern in die Stahlseile des Klettersteigs eingehängt. Dadurch sind sie während des Aufstiegs permanenten Dehnspannungen ausgesetzt. In der Vergangenheit führten diese Kräfte, die auf die Lastarme wirken, zu Verschleißerscheinungen am Material bzw. an den Fasern. Das erhöhte die Wahrscheinlichkeit, dass die Lastarme im Falle eines Sturzes sofort reißen konnten.

Die Norm EN 958:2017 korrigiert diese Defizite. Sie ist für alle Hersteller von Klettersteigsets rechtlich bindend.

 

© Salewa
© Salewa

Mehr Sicherheit am Berg
Folgende Änderungen im Prüfverfahren sowie Vorschriften für die Hersteller sollen die Verletzungsgefahr bei Stürzen im Klettersteig senken.

#1 Fangstoßprüfung
Bislang genügte es, Stürze mit 80 kg zu simulieren. Zukünftig muss die Fangstoßprüfung auch mit 40 kg und 120 kg erfolgen. Damit erhöht sich die Sicherheit für leichtgewichtige Personen und für Menschen mit höherem Gewicht.

#2 Nässetest
Tests unter entsprechenden Bedingungen gewährleisten, dass die neuen Klettersteigsets auch bei nassen Witterungsverhältnissen einen niedrigen Fangstoß aufweisen.

#3 Längere Bremswege
Um einen „weichen Sturz“ unter den o. a. Bedingungen zu ermöglichen, erhöhen die Hersteller die Bremslänge von bislang 120 cm auf 220 cm. Dieser „verlängerte“ Bremsweg sorgt, dass der Fangstoß auch bei leichtgewichtigen Personen weniger hart ausfällt.

#4 Zyklustests für langlebiges Material
Die Hersteller überprüfen mithilfe von Dehnzyklen und anschließenden Reißtests die Langlebigkeit elastischer Lastarme. Diese Tests sollen ein frühzeitiges Reißen der Fasern aufgrund von Überbeanspruchung vermeiden. Die elastischen Lastarme verfügen zukünftig also nach mehrmaliger Benützung des Sets nach wie vor über die nötige Festigkeit. Diese liegt nach der neuen Norm bei 12 kN. Nicht-elastische Lastarme müssen eine Mindestfestigkeit von 15 kN haben.

#5 Gewissheit über das zulässige Körpergewicht
Hersteller müssen das erlaubte Körpergewicht (40 kg – 120 kg), für das das jeweilige Klettersteigset geeignet ist, verpflichtend ausweisen. Früher erfolgte die Information auf freiwilliger Basis. Zumeist fanden Konsumentinnen und Konsumenten keine Angaben an den Sets.

H2: Was tun mit alten Klettersteigsets?
Wenn Sie zwischen 50 kg oder 90 kg wiegen, spricht nichts gegen die Benützung jener Klettersteigsets, die nach alter Norm hergestellt wurden. Personen, die schwerer als 90 kg sind, sollten sich beim Kauf rückversichern, bis zu welchem Gewicht das Klettersteigset geeignet ist. All jene, die unter 50 kg wiegen – vor allem Kinder – sollten beim Kauf eines neuen Klettersteigsets darauf achten, dass es nach neuer Norm produziert wurde. Bei Gigasport finden Sie für alle Bedürfnisse das passende Klettersteigset.

Ob alte oder neue Norm – für das sichere Bergerlebnis braucht es mehr
Keine Frage, die neue Norm erhöht den Schutz für Menschen im Klettersteig um ein Vielfaches. Sie ist aber kein Freifahrtschein, um andere Sicherheitsaspekte außer Acht zu lassen. Denn zur richtigen Ausrüstung gehört nicht nur ein gut gewartetes Klettersteigset.

Helm, passende Kletterschuhe und spezielle Handschuhe sind auf dem Weg nach oben genauso wichtig, wie das richtige Verhalten vor und während des Abenteuers: Informieren Sie sich vorab über die örtlichen Gegebenheiten sowie das Wetter, achten Sie auf den nötigen Sicherheitsabstand zu anderen Personen im Steig, und vor allem: Hören Sie auf Ihr Gefühl.

Mit der richtigen Selbsteinschätzung, entsprechender Planung und der passenden Ausstattung kommen Sie gut durch den Bergsommer. Viel Vergnügen!

© Edelrid / Claudia Ziegler
© Edelrid / Claudia Ziegler
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