#sportleben Herren Klettern Outdoor Wintersport

#sportleben | Bergsport als Berufung – Jürgens Story

Vom Büroberuf zum Outdoor-Sport ist es oft nur ein kurzer Weg. Wie im Fall von Jürgen Petrzilek. Der 43-jährige Grazer arbeitete viele Jahre als Bank- und Versicherungskaufmann, ehe er sich dazu entschloss, Sportwissenschaften zu studieren. Er tauschte Computer und Schreibtisch gegen Tourenschi und Wander-Rucksack und machte seine Sportbegeisterung zum Beruf. Heute ist er beim ASKÖ Steiermark Projektmanager für den Breiten- und Gesundensport und in jeder freien Minute in der Natur zu finden. Im Interview spricht er von der Herausforderung „Berg“, warum ohne Planung nichts geht und was ihn zum Outdoor-Sport brachte.

Gigasport September 03, 2018 / by Gigasport

Lieber Jürgen, woher kommt deine Begeisterung für den Outdoor-Sport?

In meinem früheren Beruf war ich an einem Punkt angelangt, an dem mich die digitale Welt und die moderne Technik immer mehr und mehr vereinnahmt hatten. Als Ausgleich zur täglichen Arbeit vor dem Computer habe ich etwas gesucht, das mich wieder zurück zur Natur bringt. Das Alltagskorsett zwängt dich in einen Rahmen, der von Terminen, Deadlines, Stress und Zeitdruck geprägt ist.

 

Die Devise „Sport als Ausgleich“ ist nicht neu. Viele Menschen beherzigen das und gehen Laufen, ins Fitness-Studio, Schwimmen, kurz: machen aktiv Bewegung. Warum zieht es dich gerade in die Berge?  

Der Berg gibt mir im Sommer und Winter wahnsinnig viel. Er stellt mich vor Herausforderungen, ist auf eine spezielle Art und Weise furchtbar schön. Er steht für die Freiheit, die ich früher in meinem Leben ab und an vermisst habe. Und während mich Termine, Zeitdruck und Stress täglich in ein Alltags-Korsett zwängen, kann ich am Berg meine eigene Perspektive auf bestimmte Situationen erweitern und Dinge, die mich beschäftigen, für eine bestimmte Zeit loslassen oder neu betrachten.

 

Mit Verlaub: Das kann ich während eines Ausdauerlaufes auch.

Aber das Laufen stellt für mich keine Herausforderung dar. Der Berg gibt dir ein klares Ziel: hinaufkommen. Interessant machen es dann die Rahmenbedingungen: Das Wetter, die Route, die Navigation, die Orientierung und die Leute, mit denen du unterwegs bist. Das gilt es alles miteinzukalkulieren. Wenn die Rahmenbedingungen nicht passen, ist der Berg nicht zu bezwingen. Der Berg ist immer stärker als du.

Blog-Wandern 700x500

Aber der Berg gibt dir nicht alle Vorgaben. Bereitest du dich auf jede Route vor?

Da habe ich zwei unterschiedliche Zugänge: Wenn ich nur rausgehe, um draußen zu sein – zum Beispiel bei einer Wanderung auf den Schöckel oder den Plabutsch – investiere ich nicht so viel Zeit in die Vorbereitung. Wenn ich aber eine Tour auf den Grimming oder den Mont Blanc mache, plane ich akribisch jedes Detail.

 

Wie kann ich mir das vorstellen?

Grundsätzlich nehme ich mir so viel Zeit für die Planung, wie der Weg hinauf auf den Gipfel in Anspruch nimmt. Hier orientiere ich mich an einfachen Richtwerten. Man geht davon aus, dass man in der Stunde 400 Höhenmeter bewältigt. Zusammen mit der Weglänge rechnet man so die reine Gehzeit aus, Pausen kommen dann zusätzlich dazu. Wichtig ist, diverse Wegpunkte einzuplanen, an denen das Umkehren noch möglich ist. Auch den „Point of no Return“ gilt es herauszufinden: Also jener Punkt, ab dem du weitergehen musst, weil das Umkehren länger dauern würde, als der Weg zum Ziel. Diese Planung verlangt aber keine Kunststücke, sondern lediglich Erfahrung. Man kann sie auch in Kursen lernen.

 

Hast du solche Kurse gemacht?

Im Studium hatten wir das Bergwandern als eigenen Bewegungsschwerpunkt am Lehrplan. Da konnte ich mir viel Basiswissen aneignen. Ich bin aber auch Schitouren- und Hochschitouren-Guide. Im Zuge dieser Ausbildungen habe ich mich sogar noch intensiver mit der Planung beschäftigt, da im Winter mehr Risikofaktoren existieren. Und die Erfahrungen aus dem Winterguiding kann ich auch gut im Sommer anwenden.

Welche Rolle spielt die Ausrüstung beim Outdoor-Sport?

Eine große Rolle. Es macht einen immensen Unterschied, ob ich in Jeans und einem Baumwoll-T-Shirt losmarschiere, oder Funktionskleidung trage. Das Outfit sollte auf jeden Fall atmungsaktiv sein. Da habe ich persönlich gute Erfahrungen mit den Merinoprodukten von Ortovox gemacht. Der Fleece Light Tec Hoody zum Beispiel hält angenehm warm, bietet in der Felswand Schutz vor schroffem Gestein und eignet sich hervorragend für längere Touren. Darunter trage ich zumeist das 120 TEC T-Shirt, weil es mir maximale Bewegungsfreiheit bietet und nicht auf der Haut scheuert. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Brenta Shorts, die ich an besonders heißen Tagen trage. Aber ohne Vorbereitung hilft auch die beste Ausrüstung nichts.

 

Wie meinst du das?

Heute unterschätzen viele Menschen die Ansprüche des Berges. Sie gehen mit schlechtem Schuhwerk los, sind körperlich in einer schlechten Verfassung, haben keine Jause und zu wenig zum Trinken dabei. Und sie vernachlässigen die Planung. Lass mich das an einem Beispiel erklären: Nehmen wir an, du planst eine 6-stündige Alpintour. Es verspricht, ein heißer Sommertag zu werden. Der Wetterfrosch spricht von 30 Grad im Tal. Bei solchen Temperaturen kannst du davon ausgehen, dass es auch am Berg entsprechend warm ist. Wenn du nun die Exposition außer Acht lässt und die Südwand hochgehst, muss dir bewusst sein, dass du beim Aufstieg im wahrsten Sinne des Wortes noch mehr ins Schwitzen kommst. Willst du das vermeiden, musst du das in deinen Planungen berücksichtigen: Entweder gehst du früher los, um nicht in die Mittagshitze zu kommen. Oder du legst deine Route so, dass der Zustieg nicht in der Südwand stattfindet.

Andere Frage: Hast du eigentlich auch in deiner Kindheit Sport betrieben?

Ja, aber nur freizeitlich. Ich bin am Land aufgewachsen und hab mit Freunden eher aus Spaß Fußball und Tennis gespielt. Später, während meiner Zeit als Bank- und Versicherungskaufmann, fehlte mir die Zeit zum Sporteln. Oder anders formuliert: Ich nahm mir keine Zeit für Sport. Dann war ich körperlich am Ende. Ich hatte Verspannungen, Haltungsprobleme, chronische Schmerzen und vieles mehr. Ein Arzt hat mich darauf hingewiesen, dass ich das Pensionsalter nicht erreichen werde, wenn ich so weitermache. Das hat bei mir ein Umdenken bewirkt und mich ins Sportstudium geführt. Von da an habe ich mich bewusst mit aktiver Bewegung auseinandergesetzt, „Sport mit Hirn“ sozusagen. Zuerst angeleitet mit Trainern und Sportwissenschaftlern, danach in Eigenregie, aber mit entsprechend akribischer Vorbereitung.

 

Wie viel Zeit nehmen deine sportlichen Aktivitäten heute in Anspruch?

Seit dem Sportstudium mache ich eigentlich täglich Bewegung, um mein Herz-Kreislauf- System in Schuss zu halten. Das Thema Ausdauer hat für mich hohe Relevanz. Deshalb fahre ich viel mit dem Mountainbike, aber auch mit dem Rennrad. Letztes Jahr bin ich zum Beispiel mit dem Rad von Graz nach Rom gefahren. 12 Tage lang, ca. 1200 Kilometer und gut 1000 Höhenmeter pro Tag: Das war ein cooles Erlebnis.

Was ich nun immer mehr betreibe, ist funktionelles Krafttraining. Ohne großen Aufwand. Fünfmal die Woche rolle ich zu Hause die Trainingsmatte aus und mobilisiere, kräftige und dehne meine Muskeln. Das dauert in der Regel zwischen 15-30 Minuten. Am Wochenende kommen die „Abenteuer“ im Freien, so es das Wetter zulässt. Bei Schlechtwetter geh ich in die Kletterhalle oder in das Schwimmbad.

 

Also ein „Aktives Leben“ als Grundlage…

Ja, so ist es. Wobei ich auch von meiner Kindheit profitiere. Mein Vater hat mich jedes Wochenende mit auf den Berg genommen. 15 Bergtouren in 9 Wochen Sommerferien…

 

Klingt so, als würdest du ihm das übelnehmen.

Nein, ganz im Gegenteil. Weil ich der felsenfesten Überzeugung bin, dass all jene, die als Kind motorisch nicht gefordert wurden und keine sportlichen Erfahrungen gemacht haben, das Körpergefühl mehr oder weniger verlernt haben. Das macht es dann zunehmend schwerer, körperliche Ziele zu erreichen. Gerade in unserer heutigen Gesellschaft, wo wir die meiste Zeit sitzend verbringen, ist es umso wichtiger, körperlich aktiv zu bleiben. Nur so bleiben wir bis ins hohe Alter hinein gesund. Wir nennen unseren Körper ja nicht umsonst „Bewegungsapparat“ und nicht „Sitzapparat“.

 

OUTDOOR SORTIMENT ENTDECKEN

 


#sportleben

Über 50 Events, 5 Aktionen, 4 Wochen, 4 Testimonials und ein Gewinnspiel: Das ist die Gigasport #sportleben-Kampagne.

Jede Woche steht eine unserer Sportwelten mit einer -15% Aktion im Mittelpunkt.
Dazu passend erzählen wir Geschichten von Menschen, für die diese Sportart eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt und bieten kostenlose Filialevents für die Gigasport Community an.

Außerdem bekommen Sie über den gesamten Zeitraum -20% Rabatt auf Sportnahrung und haben bei unserem #sportleben-Gewinnspiel die Möglichkeit auf Social Media Ihre persönlichen Sporthighlights mit der Community zu teilen, inklusive der Chance auf attraktive Preise, wie z.B. Einkaufsgutscheine oder Sporturlaube.

Und welchen Sport l(i)eben Sie?
#sportleben

 

DETAILS ZUR KAMPAGNE #SPORTLEBEN

JÜRGENS OUTDOOR FAVORITEN

AUF EINEN BLICK

Sie finden uns auch auf
Back to top
Fragen zum Online-Shop?
-10% Newsletter Bonus
Jetzt unseren kostenlosen Newsletter abonnieren und zusätzlich -10% auf den nächsten Einkauf sichern.
In diesem Feld ist ein Fehler aufgetreten.
Ihre Anmeldung war erfolgreich!
Ein Fehler ist aufgetreten!
X-MAS AKTIONEN - Jetzt sparen
15% auf TOURENSKI- & OUTDOORSCHUHE - Jetzt sparen -15% auf TOUREN & OUTDOORSCHUHE - Jetzt sparen
close